Bundeskonferenz 2015

80 Delegierte aus 18 Landesverbänden trafen sich vom 25. bis 27. September in Stuttgart. Bei der Bundeskonferenz – dem höchsten Entscheidungsgremium des Jugendrotkreuzes – beschlossen sie u. a. das Positionspapier „Flucht – und unser Engagement als Jugendrotkreuz“ und das Thema der neuen Kampagne 2017 „Gemeinsam für Menschlichkeit“.

Bundesleiter Marcus Janßen eröffnete die 10. JRK-Bundeskonferenz (zweiter v. li.)

Im Zentrum der Tagung stand der Einsatz für Flüchtlinge. „Aus einer Willkommenskultur soll auch eine Integrationskultur werden“ sagte JRK-Bundesleiter Marcus Janßen, als er bei der Begrüßung den JRK-Delegierten und vielen Aktiven dankte, die derzeit in der Flüchtlingshilfe zusätzliche Aufgaben übernehmen. 

Übereinstimmend sprachen sich die Teilnehmer_innen dafür aus, dass das Thema Flucht, angesichts seiner Brisanz, zu einer klaren Stellungnahme, einem verstärkten Engagement und schnellen Handlungsmöglichkeiten dränge.

Auch der anwesende Minister für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, Andreas Stoch, betonte, wie wichtig die Arbeit des Roten Kreuzes und des Jugendrotkreuzes in Zeiten der großen Flüchtlingswelle sei. „Der Verband leistet einen großen Beitrag für die Gesellschaft, vor allem bei der Unterstützung von jungen Menschen.“



Andreas Stoch, Minister für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, hielt ein Grußwort

Beschluss des Positionspapiers „Flucht – und unser Engagement als Jugendrotkreuz“

Vertreter_innen aus den Landesverbänden Bayern, Nordrhein, Berlin und Westfalen-Lippe legten ein Positionspapier vor, um einen „Rahmen für das Engagement mit Flüchtlingen abzustecken und Impulse für den eigenen Einsatz zu geben“.

Das Papier bezieht sich auf die UN-Kinderrechtskonvention und die eingeschränkten Rechte von Flüchtlingskindern, die sich im Aufnahmestatus befinden.

Das Jugendrotkreuz will nicht nur die Kinderrechte aus "Art. 27 Recht auf einen angemessenen Lebensstandard" und "Art. 28 Recht auf Bildung für Flüchtlingskinder" durchsetzen, sondern ihnen auch eine aktive Mitgestaltung, „eine Heimat im Verband“ ermöglichen. Dafür bedarf es gezielter Zugänge für die betroffenen Kinder und Jugendlichen. Bestehende Verbandsstrukturen werden gekippt, falls sie für die Integration hinderlich sind.

 

 

Die Delegegierten aus 18 Landesverbänden stimmten über das Flucht-Positionspapier und die neue Kampagne ab

Die Delegierten beschlossen das Positionspapier ohne Gegenstimmen und beriefen zudem eine Projektgruppe ein, die auf der Grundlage des Positionspapiers bis November dieses Jahres Vorschläge zur Umsetzung der JRK-Flüchtlingshilfe vor Ort erarbeitet.

Zudem wird bis Ende des Jahres im Rahmen des Buntstifter-Projekts, das den Abbau von Barrieren zum Ziel hat, das 3. Anstifter-Themenheft mit Hintergrundinfos zu Kinderrechten und praktischen Hinweisen für den Umgang mit Flüchtlingskindern erscheinen.


Beschluss des Themas „Gemeinsam für Menschlichkeit“ der JRK-Kampagne 2017

In seinem Grußwort an die Delegierten plädierte der Präsident des DRK-Landesverbandes Dr. Lorenz Menz für eine solidarische, friedvolle Gemeinschaft, in der die Jugend in Zukunft vor der Aufgabe stehe, Brücken zu bauen.

Mit der Wahl des Kampagnen-Themas „Gemeinsam für Menschlichkeit“ (Arbeitstitel) aus sechs konkurrierenden Vorschlägen einer vorab geschalteten Online-Umfrage bekannten sich die JRKler_innen dann auch klar zum Kernauftrag der Rotkreuz-Bewegung – dem Einsatz für menschliche Werte, vor der eigenen Haustür genauso wie weltweit in Krisenregionen.


Der seit April 2015 amtierende Generalsekretär des DRK, Christian Reuter, stellte sich erstmals den Delegierten vor und versprach, die Kampagne mit allen Kräften zu unterstützen, da sie sowohl gesellschaftlich als auch inhaltlich einen relevante Thematik umfasse. 


Zur Abstimmung standen sechs Kampagnen-Themen, die vorab durch JRK-Mitglieder ermittelt wurden

JRK-Bundesleiter Marcus Janßen zeigte sich ebenfalls erfreut über das gewählte Thema, da es mit der Fokussierung auf den ersten Rotkreuz-Grundsatz Menschlichkeit und mit der Expertise in der Verbreitung des Humanitären Völkerrechts ein Alleinstellungsmerkmal des Verbandes treffe.

Abschließend betonte der Bundesleiter die wichtigen inhaltlichen Weichenstellungen bei der Durcharbeit des Positionspapiers zu Flucht. „Mit dem Beschluss des Papiers zeigen wir den Mut, eine gesellschaftspolitische Stellung zu beziehen und eine klare Botschaft nach außen zu tragen“.



Gabriele Debatin






 

 

Das Positionspapier „Flucht – und unser Engagement als Jugendrotkreuz“ steht in Kürze zum Download zur Verfügung


Herzlichen Dank an den austragenden Landesverband Baden Württemberg für Organisation und Rahmenprogramm sowie an den Sparkassenverband Baden-Württemberg, der mit einer Spende den Konferenzort ermöglichte.


Mehr Infos

Das Buntstifter-Team bei der Bundeskonferenz: Alexandra Hepp, Michael Lengler, Gina Penz

Supercamp 2017

Die Bundesleitung überraschte die Delegierten mit der Ankündigung des nächsten Supercamps. Es wird an Pfingsten 2017 auf Rügen stattfinden.


Projekt „Die Buntstifter“ – Zwischenbilanz

Gina Penz, Mitglied der Arbeitsgruppe Vielfalt, gab in Bildern und Text einen Rückblick auf die wichtigsten Stationen des Buntstifter-Projekts. Dazu gehören der Jugendkongress mit rund 150 Teilnehmer_innen und die Podiumsdiskussion mit prominenten Gästen, ein Ergebnispapier mit Forderungen zum Abbau von Barrieren (z. B.: das gleiche Recht auf Bildung in allen Bundesländern und die Einführung anonymisierter Bewerbungsverfahren), acht Buntstifterschulungen mit 80 Multiplikator_innen und inklusive Aktionstage vor Ort.

www.bunstifter.org

Fazit: Inklusion ist und bleibt für JRK und DRK eine Herzensangelegenheit


Präsentation der neuen DRK-Kampagne – Start 2016

Gudrun Greiling, Projektkoordinatorin Mitglieder- und Markenentwicklung, stellte den Delegierten die neue Image-Kampagne des DRK vor. Formate und Inhalte der Kampagne sind bis zum bundesweiten Kick-Off am Weltrotkreuztag, 8. Mai. 2016, geheim und nur Verbandsmitgliedern zugänglich. Regionale Ansprechpartner / Multiplikatoren sind unter folgendem Link zu finden: http://www.drk-intern.de/marketingforen.html

Nur so viel sei verraten: Die Kampagne ist aufmerksamkeitsstark und wirft einen neuen Blick von verschiedenen Seiten auf das Deutsche Rote Kreuz. Mit einem individuell nutz- und erweiterbaren Baukasten-System ist sie – sowohl die Aktivitäten als auch die Zielgruppen des DRK betreffend – sehr flexibel gestaltet.

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