Klimahelfer: Änder' was, bevor's das Klima tut (2012 - 2014)

Der Klimawandel gehört zu einer der größten Herausforderungen, die die Weltgemeinschaft in den nächsten Jahren meistern muss. Auch das Rote Kreuz trägt eine besondere Verantwortung. Deswegen macht das Jugendrotkreuz seit 2012 auf die humanitären Konsequenzen des Klimawandels aufmerksam.


Ausgangssituation

„Klimawandel – das ist doch ein Thema für Umweltverbände.“ Mit dieser Aussage sah sich das JRK im Laufe der Vorbereitung der Kampagne öfter konfrontiert. Doch das ist lange her. Spätestens seit dem großen Kickoff beim JRK-Supercamp im Mai 2012 war klar, dass der Klimawandel ein wichtiges Thema für den Verband ist. Denn auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) muss einen Beitrag leisten, um die Folgen zu verringern und die Menschen dabei zu unterstützen, sich an den Klimawandel anzupassen.

Für das Rote Kreuz steht der Mensch im Mittelpunkt
Deshalb hat die Kampagne die humanitären Konsequenzen des Klimawandels zum Thema. Die Herausforderungen durch die Erderwärmung sind enorm: Stürme, Dürren, Hitzewellen oder Überschwemmungen treten stärker auf – im globalen Süden, aber auch hier in Deutschland. Das alles wirkt sich auf den Menschen und seine Umwelt aus. Was sind mögliche Lösungen? Was können wir tun, um die Auswirkungen zu verringern und die Umwelt zu schützen? Auf diese Fragen wollte die Kampagne Antworten geben und anregen, selbst aktiv zu werden. Denn es sind die kleinen Schritte, die am Ende viel bewegen. Auch Klimaschutz und Nachhaltigkeit mussten mitgedacht werden. Denn Anpassung an die Folgen des Klimawandels macht nur Sinn, wenn man gleichzeitig dessen Ursachen bekämpft. Deutschland als Industrienation und das DRK als eine der großen Wohlfahrtsorganisationen stehen hier in einer großen Verantwortung.

Alle Informationen, Artikel, Materialien und Projekte auf
www.mein-jrk.de/klimahelfer

Ziele und Ergebnisse

Ziele der Kampagne

Vermitteln: Wir machen auf die humanitären Konsequenzen des Klimawandels aufmerksam. Dabei erkennen wir auch die globalen Folgen unseres eigenen Handelns und lernen Handlungsalternativen kennen.

Aufrufen: Mit Forderungen an die Politik und an den eigenen Verband setzen wir ein Zeichen und leisten einen Beitrag, um die Situation der Betroffenen zu verbessern.

Mitmachen: Wir machen eigene Projekte und Aktionen vor Ort. Dadurch tragen wir unsere Themen und Forderungen in den Verband und in die Öffentlichkeit.


Forderungen

Der Klimawandel hat zahlreiche Auswirkungen auf ganz unterschiedliche Lebensbereiche. Um das zu verdeutlichen, setzen die Schwerpunktthemen und Forderungen der Kampagne klare Zeichen:

  • Wir fordern mehr Schattenplätze durch Bäume und mehr öffentliche Trinkbrunnen zum Schutz unserer Gesundheit!
  • Wir fordern bessere Bildung zum Thema Klimawandel!
  • Wir fordern Gesetze zur Aufnahme von Klimaflüchtlingen!
  • Wir fordern bessere Vorbereitung von Kindern und Jugendlichen auf extreme Wettereignisse!
  • Wir fordern vom Deutschen Roten Kreuz die Umsetzung von Klimaschutzrichtlinien und die aktive Beteiligung am Klimaschutz!



Ergebnisse

Fast alle Landesverbände beteiligten sich an der Kampagne mit eigenen Projekten, und bis 2014 wurden 178 Aktionen auf der interaktiven Deutschlandkarte der Kampagnen-Website eingetragen. 123 JRKler_innen wurden auf Bundesebene zu Kampagnenbotschafter_innen ausgebildet, die die Inhalte in den Verband trugen. Im Kampagnenzeitraum wurden weit über 1.100 Bäume gepflanzt.

Viele Zahlen belegen, wie intensiv sich das Jugendrotkreuz mit dem Klimawandel beschäftigte – und das immer noch tut. Die Kampagne hat bei vielen ein Umdenken angeregt, insbesondere was die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz betrifft. Das belegen die Ergebnisse der Online-Umfrage, die das JRK im Frühjahr 2015 bei den Mitgliedern durchführte.

Aber auch politisch ist einiges passiert: Ein breites Bündnis von Jugendrotkreuz, klima-allianz, Kindernothilfe, Oxfam, Brot für die Welt, Naturschutzjugend und BUNDjugend setzte sich in Veranstaltungen, Positionen und Publikationen aktiv für den Schutz von Klimaflüchtlingen ein. Zum Beispiel, indem sie Unterschriften für eine Petition an den Deutschen Bundestag sammelten oder sich im Deutschen Bundesjugendring (DBJR) engagierten. Der Antrag, den Klimawandel als Fluchtgrund anzuerkennen, ist seit Oktober 2014 offizielle Position des DBJR. Die Auseinandersetzung mit dem Thema hat den Anstoß gegeben, dass sich das Jugendrotkreuz intensiv mit der Situation von jungen Geflüchteten in Deutschland beschäftigt.

Bundesweite Aktionen und Highlights

Ein Prinzip der Kampagne war, alle paar Monate den Schwerpunkt auf eine bestimmte Forderung zu legen und passende Aktionen zu realisieren. So konnten die Jugendlichen selbst entscheiden, mit welchen Themen sie sich am liebsten beschäftigen möchten.

Mai 2012
Der Startschuss der Kampagne fiel an Pfingsten beim Supercamp im niederrheinischen Xanten: 1.500 Jugendliche aus Deutschland und anderen Ländern beschäftigten sich in einen Tag lang in Workshops, Diskussionen und Spielen mit den humanitären Konsequenzen des Klimawandels.

November 2012
Am 15. November 2012 wurde die Kampagne von der Deutschen UNESCO-Kommission als offizielles Dekade-Projekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung erhalten Initiativen, die das Anliegen dieser weltweiten Bildungsoffensive vorbildlich umsetzen.

März bis Juni 2013
Im Rahmen des Wettbewerbs CREATE A PLACE pflanzten 25 Jugendgruppen Bäume an öffentlichen Orten und in Schulen – die besten Plätze wurden prämiert. Den Spaten für die erste Baumpflanzung nahm der damalige Bundesumweltminister Peter Altamier im saarländischen Gersheim in die Hand. Seitdem wurden im Jugendrotkreuz weit über 1.100 Bäume gepflanzt.

Mai bis Dezember 2014
Für das DRK-Schulprojekt zur Katastrophenvorsorge in Hatiya/Bangladesch startete das JRK einen Spendenaufruf. Durch den Verkauf von Kampagnen-Shirts und die Aktionen mehrerer Landes- und Kreisverbände kamen rund 5.500 Euro zusammen.

Mai bis August 2014
Gemeinsam mit der NAJU und der BUNDjugend richtete das JRK eine Petition zur Aufnahme von Klimaflüchtlingen an den Deutschen Bundestag. Zuvor hatten die Verbände dafür 3.451 Unterschriften gesammelt. Vertreter_innen der drei Jugendverbände führten anschließend mit Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen ein Gespräch und übergaben die Unterschriften. Der Petitionsausschuss lehnte die Petition mit den Stimmen der Regierungsparteien zwar ab. Aber die Grünen werden sich weiterhin für das Thema einsetzen.

Oktober 2014
In der 87. Vollversammlung des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) stimmten die Delegierten für den Antrag „Folgen des Klimawandels als Fluchtgrund anerkennen!“, den das  JRK, die NAJU und die BUNDjugend einbrachten. Damit ist der Antrag eine offizielle Position des DBJR – ein großer Erfolg. Durch die Debatte wurde im DBJR eine grundsätzliche Debatte zur Situation junger Geflüchteter in Deutschland angestoßen.

Mehr Infos

Download Dokumentation

Die Dokumentation zur Klimahelfer-Kampagne gibt einen guten Überblick über die Kampagne – von der Entstehung bis zum Abschluss: (Download Dokumentation)

Weitere Infos unter: www.mein-jrk.de/klimahelfer

Ansprechpartnerin: Jessica Fritz

Tel.: 030 85404 385

E-Mail: fritzj@drk.de

Position des DRK

Wie positioniert sich das Deutsche Rote Kreuz zu den Themen Klimaschutz und Klimaanpassung?

Der Klimawandel ist ein wichtiges und zukunftsweisendes Thema für die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.
Von jeher leistet das DRK für Menschen, die von Naturkatastrophen betroffen sind, effiziente Soforthilfe.

Seit den 90er Jahren unterstützt das DRK Menschen in ärmeren Ländern darin, sich besser vor extremen Wettereignissen schützen zu können.

Und seitdem klar ist, dass durch den Klimawandel eine Zunahme von Starkregen, Dürreperioden und Wirbelstürmen zu befürchten ist, beschäftigt sich die DRK-Auslandshilfe zunehmend auch mit der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von der Nothilfe im Katastrophenfall hin zum Klima- und Katastrophenschutz, z. B. durch Frühwarnsysteme, und zu vorsorglichen Maßnahmen, z. B. in der Landwirtschaft und beim Hausbau, damit die Betroffenen auf lange Sicht besser mit eintretenden Katastrophen umzugehen wissen.

Das DRK-Generalsekretariat ist mit einer Selbstverpflichtung bei der letzten Internationalen Rotkreuzkonferenz in Genf einen Schritt nach vorne gegangen: Es gilt, Klimaschutzrichtlinien für das Generalsekretariat zu benennen und diese bis 2015 zu 75% durchzuführen und bis 2014 Maßnahmen zur Klimaanpassung in die internationale Katastrophenvorsorge zu integrieren.

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