Wettbewerb CREATE A PLACE gestartet

Bundesumweltminister Peter Altmaier und JRK-Bundesleiter Robin Wagener pflanzten gemeinsam mit JRK-Mitgliedern eine vier Meter hohe Linde.

Die saarländische Umweltministerin Anke Rehlinger, Bundesumweltminister Peter Altmaier, Michael Burkert, Präsident des DRK-Landesverbandes Saarland, JRK-Bundesleiter Robin Wagener (v.l.n.r.)

Der erste Platz für ein besseres Klima wird in Gersheim auf dem Gelände der DRK-Seniorenresidenz gestaltet – inmitten des UNESCO-Biosphärenreservats Bliesgau, das im südöstlichen Teil des Saarlandes liegt. Damit fällt der Startschuss für den Wettbewerb CREATE A PLACE der "Klimahelfer"-Kampagne: In ganz Deutschland werden sich Jugendrotkreuzler für den Klimaschutz engagieren, indem sie Bäume pflanzen und Trinkbrunnen aufbauen.

Die Landschaft sieht nach den Wintermonaten noch karg aus. Gestern war meteorologischer Frühlingsanfang. Heute, am 2. März, auf dem Hof der Seniorenresidenz, beginnt die Sonne zu strahlen.

Der Platz für die vier Meter hohe Linde ist etwa 15 qm groß und bildet einen Kreis. Der Baum wird in der Mitte stehen, umgeben von Bänken und Laternen. In Mitteleuropa bildet die Linde von jeher das Ortszentrum, wo man sich trifft und austauscht.

„Hier entsteht heute ein Platz für jung und alt“, sagt Sandra Schatzmann, Landesleiterin des saarländischen Jugendrotkreuzes. Die Linde wird einmal Schatten spenden, vor Hitze schützen, zum Ausruhen einladen. Sie wird Sauerstoff anreichern und das Klima positiv beeinflussen. 

Auf dem Hof des Seniorenheims wurden Workshops für Kinder zum Thema Klimawandel veranstaltet.

„Heiße Sommer können besonders für ältere Menschen und für Kinder gesundheitliche Risiken bergen und zu Hitzeschlag, Sonnenstich und Flüssigkeitsmangel führen“, erklärt die Landesleiterin. Deshalb fordere das Jugendrotkreuz, mehr Schattenplätze und öffentliche Trinkbrunnen zum Schutz der Gesundheit.

Im Fokus der Jugendrotkreuz-Kampagne „Klimahelfer: Änder’ was , bevor’s das Klima tut“ stehen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebensqualität der Menschen. „Wir lenken das Bewusstsein weg vom Eisbär, hin zum Menschen“, wie Sandra betont.

Eine weitere Forderung des JRK bezieht sich auf mehr Bildung zum Thema „Bevölkerungsschutz“: Im Falle einer Katastrophe – bei Unfällen, Unwetter, Hochwasser – brauchen Menschen das nötige Wissen, z. B. in Erste Hilfe, um sich richtig verhalten und schützen zu können. Wie der Ernstfall aussieht, lernen die jüngsten JRK-Mitglieder in einem der Workshops, die nachmittags auf dem Hof des Seniorenheims von Ehrenamtlichen des saarländischen Jugendrotkreuzes durchgeführt werden. Modellhaft verdeutlicht ein Klimaexperiment den Anstieg des Meerwasserspiegels: Playmobil-Figuren sind um einen Berg aus Eiswürfeln angeordnet. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Sonne das Eis schmelzen lässt und die Figuren überschwemmt werden.

„Der Klimawandel bedroht uns alle. Wir reden nicht nur darüber, sondern werden selbst aktiv. Mit dem Wettbewerb CREATE A PLACE setzen wir in ganz Deutschland ein Zeichen für den Klimaschutz“, erklärt JRK-Bundesleiter Robin Wagener bei der Begrüßung der Gäste im „Café Henry“. Anwesend sind auch Anke Rehlinger, Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz im Saarland, Michael Burkert, Präsident des DRK-Landesverbandes Saarland und Dr. Volkmar Schön, DRK-Vizepräsident.

Als „klassisches Projekt der Nachhaltigkeit, als Beispiel für ökonomisches Denken“ bezeichnet Ministerin Anke Rehlinger die JRK-Kampagne, die 2012 von der UNESCO als Dekade-Projekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurde. „Wir sind stolz, dass diese bundesweite Aktion im Saarland startet, hier in Gersheim als Teil des Biosphäre-Reservats“, so die Ministerin. 

Die 87-jährige Veronika Raburg wohnt in der Seniorenresidenz. Sie trug dem Umweltminister ein Gedicht über die Linde vor.

Als Bundesumweltminister Peter Altmaier eintrifft, überreicht ihm Robin Wagener eines der gelben T-Shirts zur Aktion mit der Aufschrift „Sunblocker“; frei ins Deutsche übersetzt: Schattenspender. Der Umweltminister nimmt den Spaten in die Hand und weiht gemeinsam mit den Gästen und Jugendrotkreuzlern die Linde ein.

„Wir können im Kleinen die Welt verändern“, sagt er. Mit diesem klimafreundlichen Ort sei einer neuer sozialer Mittelpunkt und Lebensraum geschaffen. Es gäbe immer noch zu viele Entwicklungen, in denen mehr statt weniger Kohlendioxid produziert werde. „Das Jugendrotkreuz setzt mit seinem Engagement ein Zeichen für die Zukunft des eigenen Klimas, das mit Geld nicht zu bezahlen ist.“

In der Mitte des kreisrunden Platzes steht nun die Linde. Es wird ganz still als die 87-jährige Veronika Raburg zu Herrn Altmaier tritt und ihm mit leiser, aber deutlicher Stimme zwei Gedichte über die Linde von Rainer Maria Rilke und Joseph von Eichendorff vorliest.

Der Umweltminister bedankt sich für den Vortrag. Dann wünscht er den Menschen, die hier vorbeikommen, eine gute Zeit unter dem Baum – in den nächsten 10 Jahren, in 100 Jahren, in 1000 Jahren.

Gabriele Debatin

Wettbewerb CREATE A PLACE

Forderungen der Klimahelfer-Kampagne

Hintergrundinfos

JRK vor Ort

Das Jugendrotkreuz gibt es auch in Deiner Nähe.

Mehr erfahren
Folgt uns auf:
Facebookyoutube