Die Bundesleitung blickt zurück: Marcus Janssen

Im September 2017 endet die Amtsperiode der aktuellen JRK-Bundesleitung. Damit sich Interessenten für dieses Amt ein genaueres Bild machen können, hat die Findungskommission Marcus, Mandy, Thomas, Mathias und Uli gebeten, einen kleinen Einblick in ihre Arbeit der letzten nun beinahe vier Jahre zu gewähren. Nach Uli BertramsMandy Merker und Thomas Grochtdreis meldet sich nun Bundesleiter Marcus Janssen zu Wort und gewährt einen kleinen Blick in sein Leben auf Bundesebene:

Was bleibt aus 9 Jahren JRK-Bundesleitung? Um die Antwort auf die Frage gleich vorweg zu nehmen: Eine große Portion Dankbarkeit! Dankbarkeit zum einen dafür, immer noch Teil des Jugendverbandes sein zu dürfen, in dem ich „groß“ geworden bin und in und mit dem ich ganz wesentliche – sehr schöne und auch manche nicht so schöne – Ereignisse meines Lebens verbinde.

Das JRK und ich – das sind ganz schön viele Facetten einer „Beziehung“. Angefangen in der „Jugendverbandsromantik“ der 1980er-Jahre – mit Stockbrot und Gitarre batikend am Lagerfeuer sitzend, um die Klischees zu bedienen, die tatsächlich einen großen Teil meiner JRK-Wirklichkeit ausmachen – über das Engagement auf der Kreis- und später Landesebene bis zu meiner Wahl in die Bundesleitung im Herbst 2008 in Bremen. Dazu kam es, weil ich in dem Jahr aus NRW nach Bayern gezogen war; mittlerweile wohne und arbeite ich in Hamburg – und darf das JRK noch immer ein Stück „zu Hause“ nennen.

Dies führt mich auch zu dem großen Vorteil der Arbeit in der JRK-Bundesleitung, der auf mich tatsächlich eine Faszination ausübt: Sie passt sich dem eigenen Leben an, kann damit verbunden werden. Und wenn ich auf die letzten Jahre zurückblicke, bin ich schon ein wenig stolz darauf, dass wir – also alle, mit denen ich in der Bundesleitung „arbeiten“ durfte – es stets gut geschafft haben, auf die jeweiligen und sich individuell auch schnell ändernden Lebensbedingungen Rücksicht zu nehmen und ehrenamtliches Engagement zu ermöglichen. Einen Jugendverband mit etwa 140.000 Mitgliedern in seiner ganzen Vielfalt – und die gibt es tatsächlich; regionale Identitäten und thematische Schwerpunkte bilden ganz schön viele unterschiedliche JRK-Wirklichkeiten ab – erleben, aktiv mit gestalten und an den höchsten Stellen des Verbandes – national und international – sowie der Gesellschaft repräsentieren zu dürfen, macht mich sehr dankbar. Gleichzeitig ist damit natürlich auch eine große Verantwortung verbunden, an der ich – davon bin ich überzeugt – stets wachsen und mich persönlich weiterentwickeln konnte. Dass ich heute in meinem Hauptamt Vorstand eines kleinen regionalen Verbandes bin, ist sicher kein Zufall. Insofern eignet sich ein Engagement in der JRK-Bundesleitung ganz sicher auch als Lernfeld – und das muss es auch, schließlich ist dies eine der zentralen Funktionen eines Jugendverbandes!

Welche Highlights bleiben also aus meiner Zeit in der Bundesleitung? Auf diese Frage möchte ich hier unbedingt noch eine Antwort finden, merke aber gerade, wie schwierig das ist… Ganz sicher gehören die zahlreichen Veranstaltungen dazu, die ich in den letzten Jahren in vielen Landesverbänden in allen Teilen unseres Landes besuchen durfte. Dort hatte ich stets das Gefühl, dazu zu gehören, Teil dieses großen Verbandes zu sein, in dem sich ganz tolle junge Menschen engagieren, für andere da sind oder einfach nur miteinander Spaß haben. Ihr seid wirklich großartig, vielen Dank für euer Engagement! Es macht große Freude, ein Teil dieses Verbandes zu sein, und gibt den zahlreichen Sitzungen, die offen gestanden gerade in meiner Zeit als Bundesleiter den Großteil meiner JRK-Zeit ausmachen, einen Sinn! Aber auch diese Sitzungen und das „Funktionärsgehabe“ haben mir Freude gemacht. Natürlich geht es da viel um Geld, Zahlen und Politik, doch habe ich nie das Gefühl verloren, dass auch hier stets der Kern der Rot-Kreuz-Arbeit im Mittelpunkt steht: Das Bestreben, anderen zu helfen! Dass ich dabei ganz viele spannende Persönlichkeiten kennenlernen durfte, die meinen persönlichen Horizont sehr erweitert haben, macht eine weitere Faszination aus. Trotz allem bleiben mir drei Ereignisse in besonderer Erinnerung:

  • das Supercamp 2008 in Heddesheim, weil dies das Ende und den Höhepunkt meiner Zeit in der JRK-Landesleitung darstellte. Ich war ganz schön stolz auf „meine“ Nordrheiner mit den roten T-Shirts; auch wenn ich weiß, dass sie mir, wäre ich damals bereits Bundesleiter gewesen, auf die Nerven gegangen wären 
  • das Supercamp 2012 in Xanten, weil dies die erste große nationale Veranstaltung war, die ich verantwortlich gestalten konnte – gemeinsam mit Freunden „meines“ Heimatlandesverbandes.
  • der JRK-Landeswettbewerb der Stufen 0 und 1 in Niedersachsen im Jahr 2015, bei dem ich eine EHRENURKUNDE für meine großartige Leistung im Sport-Spiel-Bereich erhalten habe. Eine Ehre, die mir bei den Bundesjugendspielen nie zuteil geworden war! Nun war es also amtlich: Ich bin super darin, mit einem Skateboard eine Stange so umzufahren, dass der darauf platzierte Ball vom auf dem Skateboard platzierten Behälter aufgefangen wird. Mehr ist nach 28 Jahren im JRK eigentlich nicht zu erreichen :)

Es sind also die kleinen, „normalen“ Dinge des Jugendverbandsalltages, die nach neun Jahren Bundesleitung in Erinnerung bleiben – ganz schön beruhigend, wie ich finde …

Dir möchte ich an dieser Stelle Mut machen, in deinem Jugendrotkreuz Funktionen und Ämter zu übernehmen. Ich gebe zu, diese machen nicht immer nur Spaß – meistens aber doch! Sei es auf Orts-, Kreis-, Bezirks-, Landes-, Bundes- oder sogar internationaler Ebene – 140.000 Jugendrotkreuzlerinnen und Jugendrotkreuzler in Deutschland brauchen dich, deine Ideen, Leidenschaft und Zeit, um unseren Jugendverband, der auch eine der tragenden Säulen des gesamten DRK ist, mit Ideen und Leben zu füllen! Und wer weiß: Vielleicht kandidierst du am 1. Oktober 2017 bei der JRK-Bundeskonferenz für die Bundesleitung – würde mich freuen! :)

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