Streitschlichtung: Konflikte friedlich lösen

Streit an Schulen kann schnell in körperliche Gewalt ausarten. Damit es gar nicht erst so weit kommt, bietet das JRK für Schüler_innen eine Ausbildung in Streitschlichtung an. Sie lernen, wie man sich in Konfliktsituationen richtig verhält, sorgen dafür, dass es gar nicht erst zu Gewalt kommt und suchen gemeinsam mit den Streitenden nach Lösungen.

Gruppe von Streitschlichter/-innen des JRK. Foto: JRK-Bildarchiv
JRK-Streitschlichter_innen wissen wie man Konflikte friedlich löst – mit Worten, nicht mit Fäusten

Schläge und Tritte sind an deutschen Schulen leider keine Seltenheit. Schnell eskalieren Konflikte. Eine typische Streiterei könnte so verlaufen: Schon von weitem sieht Kerstin ihre Rivalin auf dem Schulhof: Anja hat Kerstin den Freund ausgespannt. Als Anja vorbeigeht, stellt Kerstin ihr blitzschnell ein Bein. Anja stolpert, rappelt sich auf und gibt Kerstin eine Ohrfeige. Die lässt sich das nicht gefallen. Unter bösen Beschimpfungen kratzen, treten und schlagen sich die beiden.

Konflikte friedlich lösen

Was Streitereien so schwierig macht, sind meist nicht die Probleme selbst, sondern der Umgang damit. Hätten Anja und Kerstin miteinander geredet, wäre es wohl gar nicht zu einer Schlägerei gekommen. Und genau das ist die Aufgabe von Streitschlichtern: Gemeinsam mit den Streitenden lösen sie Konflikte friedlich – mit Worten und nicht mit Fäusten.

Wie funktioniert Streitschlichtung?

Bei der Streitschlichtung geht es nicht darum, Standpauken zu halten. Es lässt sich einfacher auf Augenhöhe reden. Deshalb sind die Streitschlichter Schüler, die anderen Schülern in brenzligen Situationen helfen. Sie laden die beiden streitenden Parteien zu einem Schlichtungsgespräch ein. Zu Beginn werden die Regeln der Streitschlichtung klar gemacht. Das Ziel heißt: Gemeinsam eine Lösung finden.

Um das zu gewährleisten, sind die Streitschlichter_innen neutral. Eine weitere Grundregel: Jeder darf seine Meinung sagen und ausreden. Sind die Regeln geklärt, geht es darum, den Grund des Streits herauszufinden und schriftlich festzuhalten. Die beiden Streitparteien erzählen nacheinander ihre Sicht der Dinge. Die Schlichter notieren das Gesagte und fassen es dann mit eigenen Worten zusammen.

Nach der „Bestandsaufnahme“ suchen die beiden Streitparteien gemeinsam mit den Streitschlichter_innen nach Lösungsmöglichkeiten. Es werden Vorschläge gemacht, die zunächst nicht bewertet werden. Abschließend wird geklärt, worauf sich die Streitenden einlassen können. Beispielsweise erklären sie sich bereit, einander aus dem Weg zu gehen oder gegenseitige Provokationen zu vermeiden. Dieses Abkommen wird dann schriftlich festgehalten.

Ausbildung

Wer sich als JRK-Streitschlichter_in qualifizieren will, durchläuft eine entsprechende Ausbildung. Beispielsweise lernt man, auf andere Leute zuzugehen, sich in jemand anders einzufühlen oder Verantwortung zu übernehmen. Das heißt auch, Geduld zu üben, wenn es nicht sofort zu einem Ergebnis kommt. Denn nur so können Konflikte unter Mitschülern geschlichtet werden.

Normalerweise wird auf Beschluss der Schulkonferenz eine Streitschlichtung eingeführt. Die Ausbildung übernimmt meistens in Streitschlichtung geschulte Lehrer_innen, die beim Jugendrotkreuz dafür gecoacht wurden. Oder Mitarbeiter_innen des JRK übernehmen die Ausbildung selbst. Dabei stehen Basics zu Konflikten, Vermittlungstechniken, Grundregeln und Strategien zur Schlichtung auf dem Programm.

Weitere Infos

Fragen zum Streitschlichter-Programm beantwortet Jessica Fritz, Tel.: 030 85404 - 385


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