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National Youth Camp - Timor-Leste

8. Juni

Seit gestern bin ich nun in Dili. Nachdem uns unser Guide Marcel am Flughafen abgeholt hat, wurden wir im Hauptquartier des Cruz Vermelha de Timor-Leste (CVTL) herzlich vom Präsidenten des CVTL empfangen.

Hier konnten wir auch die anderen internationalen Delegierten kennenlernen: Zwei Teilnehmer des Japanischen Roten Kreuzes aus Osaka, eine Teilnehmerin des indonesischen RKs aus Bali und Courtney von den Cook Islands.

Das Camp wird zum zweiten Mal veranstaltet und richtet sich an die ehrenamtlichen Mitglieder des Jugendrotkreuzes in Timor-Leste, um ihnen für ihren Einsatz zu danken. Wir nehmen dabei als Delegierte Teil und tauschen uns mit den circa 500 jugendlichen Campteilnehmern aus.


9. Juni

Nach einer sehr kalten Nacht im Zelt begann der erste Tag für uns schon sehr früh, da jeden Morgen pünktlich um 6 Uhr Morgensport auf dem Programm steht.

Nach einem Get-together mit dem Repräsentanten des Premierministers, Miguel Manitelo (Vize-Minister für soziale Angelegenheiten), wurde das Camp mit einer Parade und Grußworten verschiedener Vertreter des Staates sowie Delegierten des ICRC und der Föderation des Roten Kreuzes feierlich eröffnet.

Zum Mittagessen gab es Reis mit lokalem Gemüse und Bohnen. Einfach, aber schmackhaft. Jeden Tag kochen Teilnehmer eines anderen Distrikts die eigenen Spezialitäten. Am Ende des Camps wird dann eine Gruppe für das beste Essen gekürt. Gut gestärkt ging es dann weiter mit einem Workshop zum Thema Kinderrechte. Hier konnten wir uns austauschen und den Teilnehmer etwas über die Kinderrechte in Deutschland erzählen.

Nach dem Abendessen wurde ein Vortragswettbewerb veranstaltet, bei dem Vertreter aus den einzelnen Distrikten über ihre Jugendarbeit informierten. Hier waren wir natürlich auf die Hilfe unserer Guides angewiesen, die unermüdlich für uns übersetzten. Da es in Timor 36 verschiedene Sprachen gibt, wird im Camp Portugiesisch und Tetum gesprochen Die meisten Jugendlichen im Camp sprechen jedoch auch Englisch.


10. Juni

Nach dem traditionellen Frühstück, bestehend aus einer Scheibe Maniok und einer Art Süßkartoffel, nehme ich an einem Workshop über Ernährung teil. Da Mangelernährung vor allem in den ländlichen Regionen außerhalb Dilis immer noch ein großes Problem darstellt, lernen die Jugendlichen hier, auf was sie bei der Ernährung zu achten haben. Danach folgt ein Workshop über WATSAN (Water and Sanitation). Hier erfahren wir, dass es wichtig ist, das Wasser vor Gebrauch zu filtern oder mit Hilfe einer chlorhaltigen Tablette von krankmachenden Erregern zu befreien. Gespannt sehen wir uns dabei den Aufbau einer Wasserversorgung an.

Nach dem Abendessen folgt eine Vorstellung von traditionellen Tänzen und unser Kollege vom japanischen Roten Kreuz informiert über die japanische Kultur.


11. Juni

Nun ist es soweit: der letzte Tag im Camp bricht an. Nachdem bis spät in die Nacht bei lauter Musik getanzt und gefeiert wurde, geht es heute um historische Plätze und Klimaschutz.Aus diesem Grund machen sich alle auf, um rund um das Camp Bäume zu pflanzen.

Neben weiteren Workshops besteht auch die Möglichkeit, die heilige Quelle des Ermera Distrikts zu erkunden. Vorbei an den beiden heiligen Bäumen geht es über Stock und Stein in Richtung Quelle. Nach 5 Minuten heißt es dann: Schuhe ausziehen! Denn von nun an kommt man immer wieder durch verschiedene kniehohe Furten. Auch eine "Brücke" bestehend aus zwei bis drei nebeneinander angeordneten Baumstämmen gilt es zu überwinden. Nach 30 Minuten Dschungelwanderung sind wir endlich angekommen und genießen die tolle Natur! Hierhin verirrt sich wohl kein normaler Tourist. Nachdem uns die Geschichte des Ortes erzählt wurde, geht es wieder zurück ins Camp, denn die Verabschiedungszeremonie wartet bereits.

Als es schon zu dämmern beginnt, startet die "closing ceremony". Zunächst richten die Vertreter und Vorsitzenden der einzelnen Gremien Dankesworte an alle. Im Anschluss werden die Sieger der einzelnen Wettbewerbe (schönstes Zelt, beste Rede, bestes Küchenteam) verkündet und mit Preisen geehrt.

Zum Abschluss werden schließlich alle internationalen Delegierten auf die Bühne gebeten und wir werden mit einem handgemachten, traditionellen Schal und einer Trophäe geehrt.

Wir bedanken uns schließlich bei den Veranstaltern mit Gastgeschenken aus Deutschland und nach einem regen Austausch mit den Anwesenden nach dem offiziellen Teil der Zeremonie, gehen wir ein letztes Mal im Zelt zur Ruhe.


Patrick Krämer


LV Bayern 


Foto: Die Internationalen Delegierten des Camps, vorne links: Patrick

Patrick nahm vom 8. bis zum 11. Juni am National Youth an Volunteers Camp in Eralau Village / Ermera District, Timor-Leste teil.

Er ist im Jugendrotkreuz in vielen Funktionen, z. B. als Rettungssanitäter und Ausbilder, engagiert.

 
Text: am 13.06.2016 12:50 Kommentar hinzufügen
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